-Wer nichts im Beutel hat, muß mit der Haut zahlen.-
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In Zeiten der Not, und sei Sie auch noch so klein, wird der Mensch erfinderisch. So ist er dann weder um Ausreden, noch um irrsinnige Taten verlegen. Wer sich früher nicht vorstellen konnte, Toiletten zu putzen um Geld zu verdienen, wird im Notfall sogar in der Lage dazu sein, aus Ihnen zu trinken, nur um seinen Durst zu stillen. Es kommt einfach auf die äußeren Umstände an, die Umstände, die sich fließend verändern und uns ihren Prägstempel schon im Mutterleib aufzwingen. Am Interessantesten ist allerdings, dass der Mensch dazu in der Lage ist, der eigenen Familie Leid anzutun, nur um selber in der Not nicht leiden zu müssen.
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Dort am letzten freien Pokertisch , nahe der Türe zum Hinterzimmer, sitzt er. Ganz wie verabredet, doch sein erzwungen ruhiger Gesichtsausdruck, sein Pokerface, verrät Ihn mehr als seine bebenden Hände, die er unter dem Tisch zu verbergen sucht als er mich kommen sieht. Er hat keine Angst vor mir, nur vor seinen Schulden und der Angst vor seinem eigenen Versagen. Das Geschäft mit der Angst ist eines der lukrativsten, egal in welchem Land man sich grade befindet. Es ist nicht nötig sich zu setzen, dieses Eingeständnis der Schuld unnötig in die Länge zu ziehen. Kaum das ich seinen Tisch erreicht habe, hat er es endlich geschafft, allen Mut zusammen genommen und aufgeblickt. Nur um zu nicken und die Schultern hängen zu lassen, den Kopf einzuziehen wie ein geprügelter Hund. Er hat doch tatsächlich die Zahlung eines Schuldners verloren. Auch wenn er nun, zu Recht, auf eine Konsequenz wartet, bleibt es doch vorerst nur bei einem verabschiedenden Nicken. Sein eigener Schuldenberg wurde soeben aufgestockt und ich denke er weiß nur zu genau, dass er mittlerweile nicht mehr in der Lage ist, seine Schulden und meine Zinsen in einer Ratenzahlung los zu werden. Möchte jemand wetten wie weit er gehen wird, um selber nicht zu leiden?
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Ein Sammler, der mit Leidenschaft die Objekte seiner Begierde hortet, wird die Welt aus den Angeln heben, sollte ihm auch nur eines dieser Objekte abhanden kommen. Allerdings bedarf es großes Talent, in der heutigen Zeit noch etwas zu sammeln, das wirklich erstaunlich und schön anzusehen ist. Jemand der Inspirationen sammelt, muss nicht zwangsläufig ein Künstler sein, ein Dichter oder Denker. Er könnte nur gefunden haben, was ein anderer Sammler verloren hat und seit Jahren versucht wiederzufinden.
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-Die Musen verlangen Einsamkeit, und nichts verjagt sie eher als der Tumult.-